Warum eine gemeinnützige Trägerschaft?

Soziale Gestaltung von Eigentumsstrukturen

Ende der 60er Jahre gehörten die Bauckhöfe zu den ersten Höfen, die Schritte in eine neue Sozialgestaltung wagten und ihren Grund- und Boden stiftungsähnlich in gemeinnützige Eigentumsstrukturen übertrugen.
Ausschlaggebend für die Übertragung der Bauckhöfe in gemeinnützige Trägerschaft waren Rudolf Steiners Ausführungen zur sozialen Dreigliederung und zur biologisch-dynamischen Landwirtschaft, die zu einem neuen Umgang mit Grund und Boden inspirierten. Land und Boden darf keine Ware sein, nicht vererbt werden, nicht beliehen und verkauft, sondern ist die Existenzgrundlage eines jeden Menschen. Dieser Aspekt hat eine besondere Bedeutung, da Boden nicht beliebig vermehrt werden kann.
Aus diesem Grundverständnis heraus wurde von den biologisch-dynamischen Pionieren des Nordens wie Eduard Bauck und Nicolaus Remer sowie den Gründern und Initiatoren der GLS-Bank in Bochum die Idee, Höfe in gemeinnützige Trägerschaft zu übertragen, auf mehreren biologisch-dynamischen Höfen verwirklicht.

Die Übertragung in gemeinnütziges Eigentum löste die Höfe aus dem Privatbesitz, öffnete sie für eine gemeinschaftliche Bewirtschaftung und machte es möglich, das soziale Umfeld der Höfe mit einzubinden. So wurde die Grundlage für eine multifunktionale, biologisch-dynamische Landwirtschaft geschaffen, die von einer größeren Gemeinschaft getragen wird und diese mit weiteren sozialen und kulturellen Aufgaben verbindet. In den folgenden Jahrzehnten greift die Idee vor allem in biologisch-dynamisch bewirtschafteten Höfen und Betriebskonzepten weiter um sich und bildet heute die Organisationsform von etwa 185 Höfen in Deutschland.

Die Bauckhöfe zeigen heute eindrucksvoll, was auf dieser neuen sozialen Grundlage entstehen kann: Jeder der Höfe hat sich in ganz unterschiedlicher Weise zu einem lebendigen landwirtschaftlichen Ort und einer individuellen Hofidentität mit großer Ausstrahlung in seinem Umfeld entwickelt.