Forschungsarbeit soll Perspektiven finden

Spendenaufruf für Bio-Puten

Der Bauckhof Klein Süstedt hat Anfang des Jahres seine Kunden darüber informiert, dass er die Putenhaltung aus ethischen Gründen stark einschränken wird, mehr dazu im Internet unter www.bauckhof.de, Klein Süstedt.

Hintergrund
Auch im Ökolandbau zählt die Geflügelhaltung zu den intensiven Haltungsformen. Der Anspruch an die Tiere ist häufig mit negativen Folgen für die Gesundheit verknüpft. Eine wichtige Ursache der Missstände ergibt sich durch die Eigenschaften der verwendeten Rassen, sowohl im Bereich der konventionellen als auch der ökologischen Tierhaltung. Die zur Verfügung stehenden Hybridrassen sind einseitig auf Leistung wie beispielsweise Fleischansatz gezüchtet worden, ohne Rücksicht auf die Tiergesundheit.

In der ökologischen Putenhaltung werden überwiegend konventionelle Hybridlinien genutzt, da alternative Rassen nicht ausreichend zur Verfügung stehen und deren Leistung sehr weit hinter der der Hochleistungshybridtiere zurückbleibt. Alles zusammen betrachtet ist dies aus Sicht der Familie Bremer und des Bauckhofs Klein Süstedt mit den eigenen und den ökologischen Anforderungen nicht vereinbar.

Zu den Problemen gehören
Pododermatitis
Erkrankung des Skeletts
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Verhaltensstörungen
Generell sind die Tiere empfindlich und krankheitsanfällig. Es fehlen robuste Putenrassen für die ökologische Geflügelhaltung.

Robuste Pute gesucht
Unter anderem auf Initiative des Bauckhofs Klein Süstedt hat Anna Olschewsky (MSc) ihr Promotionsvorhaben unter den Titel »Untersuchung der Eignung alternativer Putenherkünfte für ein ökologisches Haltungssystem« gestellt. Das Ziel auf dem Bauckhof ist, eine eigene Putenzucht in Kooperation mit anderen aufzubauen. Das heißt, die Züchtung einer Putenrasse zu begleiten, die für die ökologische Haltung geeignet ist. In diesem Zusammenhang geht es vor allem darum, eine robuste Rasse zu züchten, die nicht auf eine spezialisierte Wirtschaftskette angewiesen ist und die auf Biobetrieben, die vielfältig und klein strukturiert sind, gehalten werden kann.

Die der Promotion zugrunde liegenden Fragestellungen:
1. Welche langsam wachsenden Putenherkünfte eignen sich grundsätzlich für die ökologische Haltung?
2. Unterscheiden sich die untersuchten Herkünfte hinsichtlich des Verhaltens, der Gesundheit, der Mastleistung und der Schlachtkörperqualität?
3. Wie sind die Untersuchungsergebnisse anhand der Literatur einzuordnen?
4. Erscheinen die ausgewählten und untersuchten Herkünfte für eine weitere züchterische Bearbeitung geeignet?
Die Promotion kann allerdings nur Teil eines Gesamtvorhabens sein, weitere Schritte müssen im Anschluss daran folgen.

Langfristige Lösungen
Eine Lösung könnte die Bildung einer Interessengemeinschaft sein. Als Teilnehmer kommen interessierte Betriebe, Verbraucher und sonstige Akteure in Frage.
Das Ziel einer Interessengemeinschaft wäre, das Projekt von verschiedenen Seiten zu unterstützen und voranzutreiben. Gegebenenfalls könnten so auch kontinuierlich Spendengelder gesammelt werden.