Schüler in der Landwirtschaft

Landbaupraktikum auf dem Bauckhof

Zwei Wochen sind die Neuntklässler der sechs Waldorf-Partnerschulen während des Landbaupraktikums auf dem Bauckhof. Während dieser zwei Wochen werden sie in den Lebens- und Arbeitsalltag auf dem Bauckhof Amelinghausen integriert. Dazu gehören das gemeinsame Arbeiten und das gemeinsame Essen.

Herausforderung ökologische Landwirtschaft

Die Schülerinnen und Schüler erfahren, was zur Landwirtschaft gehört. Dadurch erhalten sie einen Bezug zu ihren täglichen Lebensmitteln und zu den Hoftieren. Sie erleben Wetter hautnah. Kälte und Hitze ausgesetzt zu sein und sie auszuhalten, kennen die meisten nicht. Das Landbaupraktikum stellt zudem eine hohe soziale Anforderung an die Teenager: So dicht beisammen zu wohnen, zu essen, zu arbeiten – sich gegenseitig zu erleben, Stärken und Schwächen neu zu entdecken. Die Sicht auf die Mitschüler ändert sich, wenn schulisch gute und schlechte Schüler in der Praxis ganz andere Stärken und Schwächen zeigen.

Michaela Weber teilt sich mit Jörg Hüsemann die Verantwortung für die Landbaupraktika. Viele der Waldflächen im Bauckhof-Wald sind in den letzten Jahrzehnten mit Hilfe von Schülern aufgeforstet worden. „Das größte Kompliment, welches uns die Schüler immer wieder machen, ist die Frage, ob sie in ihren Schulferien wiederkommen dürfen“, so Jörg Hüsemann. „Viele unserer Auszubildenden waren schon im Schulpraktikum bei uns.“

Alltag während des Landbaupraktikums

Seit fast 40 Jahren bieten wir Landbaupraktika für Schulklassen an. In der Regel sind es neunte Klassen aus Waldorfschulen, die für knapp zwei Wochen zu uns auf den Hof kommen. Meistens sind die Klassen so groß, dass wir die Schülerinnen und Schüler in fünf bis sechs Arbeitsgruppen einteilen. Das hat den Vorteil, das die Jugendlichen alle Bereiche des Bauckhofes kennenlernen. Dabei achten die Lehrer darauf, dass nicht die dicksten Freunde in einer Gruppe sind, sondern dass Schüler zusammen arbeiten, die sonst nicht so viel miteinander zu tun haben.
Jeder Schüler wechselt alle zwei Tage den Arbeitsbereich:

  • Stall
  • Acker
  • Gemüse
  • Wald
  • Hauswirtschaft
  • Grünland/Hecken

Das verschafft den Schülern einen Rundumblick über alle Teilbereiche des Hofes. Beim Kochen fasst die Küchengruppe tüchtig mit an. Es ist erklärtes Ziel unserer Köchinnen, dass die Schüler Freude am Essen haben sollen. Es ist einfach ein riesengroßer Unterschied solch eine Füllen an frischen Zutaten zur Verfügung zu haben und mit dem Wissen zu kochen und zu essen, der Kürbis und die Kartoffel für den Auflauf wurde gerade erst von den Mitschülern geerntet. Für einige Schüler ist es nicht nur ein Novum, dass Mahlzeiten gemeinsam eingenommen werden, sondern auch, dass frische Milch doch besser schmeckt als H-Milch vom Discounter.

Bestandteil des Hoforganismus

Es ist uns sehr wichtig, dass die Schüler real in einen produzierenden Betrieb eintauchen. Sie haben ein feines Gespür dafür, wenn Dinge nur für sie konstruiert sind. Während ihrer Zeit bei uns, sind sie Bestandteil unseres Hoforganismus. Für viele junge Menschen ist es während dieser Zeit eine nachhaltige Erfahrung, ihre Grenzen kennen zu lernen. Beim Jäten von endlos langen Möhrenreihen, beim Spalten und Stapeln von Brennholz und vielen anderen Tätigkeiten ist Durchhaltevermögen und Kraft gefragt.
Bei den Tieren und speziell bei den Kühen haben die Schüler sehr tiefe Erlebnisse. Haben sie das Glück, dass ein Kälbchen zur Welt kommt, wird es für sie unvergesslich.
Während des Praktikums bekommen die Schüler täglich ein Referat über wechselnde Themen unseres Betriebes. Ein Fußballspiel zwischen den Schülern und den Bauern, sowie ein Abschlussabend, als Reflexion über die vergangenen Tage, runden diese Epoche ab.