90 Jahre biologisch-dynamisch

Als Eduard Bauck den elterlichen Hof übernehm, war dieser für damalige Verhältnisse hochmodern. Trotzdem bemerkte er, dass etwas wesentliches fehlte: Die Regenwürmer als Sinnbild für lebendigen Boden.

Der Impuls zur biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise

Die damalige Praxis des Mistausbringens, der Bodenbearbeitung sowie die Mengen an Gülle und Mist, versäuerten die Böden. Der Kunstdünger tat sein Übriges. Eine oft zitierte Erinnerung Eduard Baucks daran waren die fehlenden Regenwürmer im Boden. So war er offen für Neues. Für eine neue Idee, die Anfang 1932 nach Uelzen gelangte. Der landwirtschaftliche Lokalverein in Uelzen hatte Anfang 1932 zu einem Vortrag eingeladen. Dort wurde über die neue biologisch-dynamische Methode gesprochen und von ihr abgeraten. Einige Bauern wollten aber mehr erfahren und luden zur nächsten Versammlung Ernst Stegemann ein. Er war maßgeblicher Mitinitiator des Landwirtschaftlichen Kurses von Rudolf Steiner 1924. „Da hat es bei mir gefunkt“, schrieb Eduard Bauck in einem alten Bericht. Er sprach noch im Saal mit Ernst Stegemann und erhielt bereits am 22. Februar 1932 die ersten Kompostpräparate und praktische Ratschläge per Post zugeschickt, drei Tage später die Spritzpräparate. Das waren die Anfänge der biologisch-dynamischen Landwirtschaft auf dem Bauckhof in Klein Süstedt.
1938 wurde Eduard Bauck zum Bürgermeister von Klein Süstedt gewählt, obwohl er kein Nazi war. Eine schwierige Zeit, vor allem als 1944/45 die Flüchtlingswelle eintraf. Wilhelmine und er haben sich sehr für die Flüchtlinge eingesetzt, was von einigen Menschen im Ort nicht gern gesehen wurde. Zum Kriegsende war es Eduards Verdienst, dass das Dorf nicht beschossen wurde. Er ging mit einem weißen Bettlaken als Zeichen der Kapitulation den englischen Soldaten entgegen.
In den nächsten zwanzig Jahren wurde die biologisch-dynamische Landwirtschaft aufgebaut, der technische Wandel setzte allmählich ein und die Direktvermarktung der Demeter-Produkte begann.

(Auszug aus der Chronik: 50 Jahre Bauckhof, 50 Jahre Landbauforschung)